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Das innere Gleichgewicht

Was ist Krankheit?

Laut der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) stellt Krankheit ein Ungleichgewicht da, eine Disharmonie zwischen Yin und Yang.

 

Yin und Yang

Du kennst sicherlich das Symbol für Yin und Yang: Der Kreis, der eine weiße Hälfte mit schwarzem Punkt besitzt und eine schwarze Hälfte mit weißem Punkt. Die zuletzt erwähnte Seite ist der Yin Anteil, die „schattige Seite eines Hügels“, sie steht für die Ruhe und die Dunkelheit der Nacht, jedoch mit einem bisschen Licht – dem weißen Punkt (= Yang). Die weiße Seite steht dementsprechend für das Yang, die „sonnige Seite“, die steht für die Helligkeit des Tages und die Aktivität.

Dieser Kreis steht symbolisch für einen Zyklus.

Viele Phänomene auf der Welt unterliegen Zyklen, es gibt größere und kleinere Zyklen: auf den Tag folgt die Nacht, auf den Sommer folgt der Winter, nach der Sonne kommt der Mond ....

Die Charakteristika von Yin und Yang werden häufig wie folgt dargestellt:

- sie sind Gegensätze, jedoch enthält der eine immer ein bisschen vom anderen.

- der eine braucht den anderen, schließlich gibt es keine Nacht ohne Tag, keine Ruhe ohne Aktivität, kein unten ohne oben und kein innen ohne außen.

- sie stehen im Gleichgewicht, ist mehr Ruhe vorhanden ist die Aktivität weniger, wird die Nacht länger wird der Tag umso kürzer.

- können sich ineinander umwandeln und dies ist entscheidend für das Ziel, nämlich ein ständiges Gleichgewicht zwischen Yin und Yang und somit eine Harmonie.

 

Und somit kommen wir zur Anfangsfrage: Was ist Krankheit?

Es ist das Gegenteil von Gesundheit, welche die TCM wie folgt definiert:

Gesundheit ist das Gleichgewicht von Yin und Yang im Körper.

Nur wenn eine ständig ausbalancierte Beziehung zwischen diesen beiden Polen besteht, kann Gesundheit existieren.

Diese Balance kann jedoch durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, wie zum Beispiel Entwicklung, Lebensumstände, Ernährung und auch die Gegebenheiten, die wir von unseren Eltern mitbekommen (vererbt bekommen) haben und wir erhalten dadurch eine individuelle angeborene Konstitution

Das Yin-Yang-System wurde in der chinesischen Medizin erweitert und um das Fünf-Elemente-Denken ergänzt. Der bisherige Zyklus mit den zwei Polen Yin und Yang, wurde von nun an in fünf Bereiche unterteilt. 

Wenn dich die Fünf Elemente Lehre interessiert, so lese meinen gleichnamigen Blogartikel dazu durch:

https://www.rogge-heilpraktik.de/2021/02/02/die-fünf-elemente/

 

Wenn man feststellt, dass gewisse Disharmonien zwischen Yin und Yang vorliegen, stellen sich nun die Fragen, welches Ungleichgewicht besteht gerade jetzt und warum konnte es entstehen?

 

Muster erkennen

In der TCM werden die Zusammenhänge von verschiedenen Erscheinungen, Beschwerden (=Symptome) gesehen und werden zu einem Muster zusammengefasst.

Dabei sieht man sich Dinge an, die wir als Patient aus der Schulmedizin gar nicht gewohnt sind. So frage auch ich meine PatientInnen in dem ausführlichen Anamnesegespräch nach dem Schlaf, Harnverhalten, Stuhlgang, Beschaffenheit von Haut, Haare, Nägel, Durst- und Appetitempfinden, (Nacht-)Schweißentstehung und noch ein paar Punkte mehr, um ein Gesamtbild von dem Menschen, mit seiner Konstitution und seinem Krankheitsmuster erhalten zu können.

 

Denkmodelle

Die Chinesische Medizin ist immer wieder spannend, sei es in Ihrer Denkensweise als auch in ihrer Entstehung. So haben sich über die Jahrtausende mehrere Denkmodelle entwickelt. Je nach gewählter Therapieform (Akupunktur, Ernährung oder eine andere Behandlungsmöglichkeit), eignet sich ein bestimmtes Modell besser oder es ist bei einem bestimmten Menschen eher angebracht.

Von den großen Denkmodellen gibt es zehn. Das eine ist die bereits vorgestellte Lehre der Fünf Elemente. Ein anderes ist „Die acht Prinzipien“. Und dieses möchte ich dir heute vorstellen.

 

Die acht Prinzipien

Damit sind gemeint:

- außen – innen

- Hitze – Kälte

- Fülle – Leere

- Yin – Yang

Sie helfen dabei den Ist-Zustand festzustellen und danach zu handeln und zu therapieren.

Folgende Fragen stellen sich:

- kommt der Auslöser von außen (z.B. klimatischer Faktor) oder innen (z.B. Emotion)?

- gibt es eine Einwirkung von Hitze oder Kälte?

- ist von etwas (ungesundes) zu viel da oder von etwas zu wenig, also ein Mangel (Leere)?

 

Zur Erläuterung:

Ein Beispiel für eine Wärme-Erkrankung ist eine echte Grippe. Der Auslöser kommt von außen und erzeugt Hitze (hohes Fieber, roter Kopf, Unruhe, starkes Schwitzen) und sorgt für Fülle (es ist etwas da was sonst nicht vorhanden ist). 

Hitze, außen und Fülle werden dem Yang zugeordnet.

 

Fülle – Leere

Eine Leere kann vorliegen hinsichtlich Yin und Yang, Qi („Lebensenergie“), Blut und Körperflüssigkeiten. Dabei ist die entsprechende Ressource nicht in erforderlicher Menge vorhanden und es entsteht ein Mangel.

Bei einer Fülle handelt es sich nicht um die oben genannten Ressourcen, sondern von einem zu viel an krankmachenden Substanzen oder störenden Faktoren, wie Hitze, Kälte, Wind, Feuchtigkeit, Schleim und Stagnation. Die auslösenden Faktoren können im Körper selbst entstehen oder von außen in den Körper gelangen.

Ganz gleich ob Fülle oder Mangel und wie sie entstanden sind, sie bewirken ein inneres Ungleichgewicht. 

Damit der Körper wieder in seine gesunde Balance gerät, wird die Behandlung entsprechend auf das Muster abgestimmt, d.h. bei einer Leere wird meine Patientin gestärkt und genährt, bei einer Fülle hingegen wird das Überschüssige ausgeleitet, entfernt.

So die Theorie. In der Praxis ist es eher selten, dass nur das eine oder das andere vorhanden ist, sondern häufig hat eine Patientin in einem Bereich eine Fülle und in einem anderen Organsystem einen Mangel.

So haben viele meiner PatienInnen einen über lange Zeit erworbenen Qi-Mangel im Bereich des Verdauungstraktes (Milz) - also eine Leere und daraus resultierend Ansammlungen von Feuchtigkeit, die die Fülle darstellen.

 

Eine Möglichkeit beide Situationen wieder auszubalancieren, ist der richtige Einsatz von Nahrungsmitteln. In China wird die Ernährung als Medizin angesehen und die Nahrungsmittel werden wie Arzneimittel betrachtet und kategorisiert.

 

Hast du Lust deine innere Harmonie, durch eine ausgleichende Ernährung, wieder zu erlangen?

Dann melde dich bei mir und ich berate dich zu den Behandlungsmöglichkeiten und nehme mir Zeit für eine individuelle Ernährungsberatung. Meine Empfehlungen beziehen sich auf dir bekannte Nahrungsmittel, du musst also keine Angst haben, dass du dich zukünftig nur noch von Reis, Algen und sonstigem chinesischen Essen ernähren musst!!! Wir nutzen ausschließlich die Einteilung der Nahrungsmittel nach chinesischer Ernährungslehre ;-)

 

In meinem Blog werde ich dir nach und nach noch mehr hilfreiche Tipps geben, wie du mit Ernährung deinen Körper gesund hältst und kleine Dysbalancen ausgleichst.

Vor allem im Bereich der Zyklus- und Menstruationsbeschwerden werden zukünftig interessante Beiträge folgen.

 

Wenn du mehr über die Ernährung nach der TCM erfahren möchtest, dann schau auf meine Homepage www.rogge-heilpraktik.de :

 https://www.rogge-heilpraktik.de/leistungen-therapien/ernährung/

 

Du wirst erkennen, dass die TCM eine andere Betrachtung und Vorgehensweise hat und dennoch leicht zu verstehen ist, gemäß dem Motto:

 

„Einfach anders – einfach natürlich“

 

In diesem Sinne,

deine Bianca

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